Artikel im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern
am 15. Juli 2011
An den Seniorenweltmeisterschaften in Pecs, Ungarn, gewann Yvette Zaugg, Aeugst, den Weltmeistertitel bei den Damen 60-65 im Sprintwettkampf, nachdem sie vor einem Jahr in der Schweiz bereits den zweiten Platz belegt hatte. Der zweite Topläufer der OLG Säuliamt und letztjährige Weltmeister, Gusti Grüniger, Rifferswil verfehlte mit seinem 4. Platz das Podest nur knapp.
Die diesjährigen Senioren-Meisterschaften im Orientierungslauf (WMOC 2011) wurden Anfang Juli im Süden Ungarns durchgeführt. In der Umgebung von Pecs, der Kulturhauptstadt Europas 2010, die wegen der einzigartigen frühchristlichen Gräber ein Uno-Weltkulturerbe ist, gibt es ein für OL-Läufer höchst ungewöhnliches Gelände. Einigen Schweizern war das Mecsek-Gebirge nördlich von Pecs schon bekannt, weil sie hier vor einem Jahrzehnt an einem Trainingslager teilnahmen, das von einem ehemaligen (finnischen) Weltmeister geleitet wurde. Er sprach vom schwierigsten OL-Gelände, das er kenne, und nannte die Läufe einen «Suppenteller-OL», weil das Gebiet voller Senken ist. Dabei handelt es sich um kleine bis ganz grosse Löcher (Dolinen?), die oft auch ineinander verschachtelt sind, sodass das Geländerelief für den OL-Läufer aufgrund der komplizierten Höhenkurven auf der Karte nur noch schwer erkennbar ist und beim Laufen die Richtung ständig genau kontrolliert werden muss. Auch in den eng verwinkelten Altstadtbereichen ergaben sich schwierige Orientierungsprobleme.
An den Weltmeisterschaften nahmen weit über 3000 Läuferinnen und Läufer aus 28 Ländern teil. Sie starteten in Feldern von etwa 80 Läufern und eine Alterskategorie à jeweils fünf Jahrgänge umfasste drei bis sechs Felder. Nur wer einen guten Rang im Qualifikationsrennen erreichte, schaffte es ins A-Feld und konnte um den Weltmeistertitel kämpfen. In jeder Alterskategorie wurde ein Sprint- und Langdistanzweltmeister erkoren. Der Qualifikationslauf «Sprint» fand in Pecs selber statt, im historischen Zentrum mit vielen Gässchen, verzwickten Innenhöfen mit schwer erkennbaren Durchgängen, auf der Stadtmauer, die nur an bestimmten Stellen erklommen werden konnte, sowie in etlichen Parks mit labyrinthartigen Anlagen.
Die gut 100 Schweizer konnten in einigen Kategorien Spitzenplätze erreichen und sich damit für den A-Final klassifizieren; darunter auch die beiden Säuliämtler Yvette Zaugg und Gusti Grüninger. Der Final im Sprint fand dann in einer ehemaligen Bergbaustadt 20 km nördlich von Pecs statt. Ein Ort mit viel Grünflächen, mehreren Hügeln und kleinen Tälern, welche das Orientieren erschwerten. Yvette Zaugg startete als Favoritin am Schluss und musste einen Parcours von 1,6 km Länge und 55 m Höhe mit acht Posten bewältigen. Sie lief - mit einer zweiten Athletin zeitgleich - die Strecke in 12.42 Minuten und wurde damit Weltmeisterin der Kategorie Damen, 60- bis 65-Jährige. Gusti Grüninger verpasste mit dem 4. Rang das Podest knapp und konnte somit seinen letztjährigen Weltmeistertitel nicht verteidigen.
Für die Langdistanz mussten zwei Qualifikationsläufe absolviert werden, die im oben beschriebenen Mecsek-Gebirge durchgeführt wurden. Gusti Grüninger und Yvette Zaugg konnten sich erneut in diesen Läufen für den A-Final qualifizieren. Im Final waren ihnen das Glück allerdings nicht mehr so hold: Yvette Zaugg verpasste mit dem 4. Rang eine Medaille, war aber erneut im Spitzenbereich einer Kategorie mit 235 Läuferinnen. Gusti Grüninger holte sich im Final der Langdistanz den 11. Rang bei den Herren 75-80.