OLG Säuliamt

Kontakt
Geschützter Text
Webmaster
Geschützter Text
RSS


Drucken

Raffael Huber erneut im Nationalkader

19. November 2010

Artikel im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern am 19. November 2010

Dank herausragenden internationalen Resultaten wurde der junge OL-Läufer aus Hedingen wieder für das Herren-Elite-Nationalkader selektioniert. Obschon die Saison 2010 verletzungs- und krankheitsbedingt eher enttäuschend war.

Die Vorbereitung auf die diesjährige Saison war perfekt. Mit einem Aufenthalt im amerikanischen Bundesstaat Arizona optimierte der Säuliämtler sein Wintertraining, denn dank den grossartigen klimatischen Verhältnissen konnte er seinen Trainingsumfang gegenüber dem Vorjahr nochmals steigern.

Die ersten Wochen wieder in der Schweiz waren dann allerdings matchentscheidend für die gesamte Saison. Und da unterlief dem jungen Athleten ein entscheidender Fehler, denn anstatt nach harten Trainingswochen dem Körper etwas Ruhe zu gönnen und den Jetlag zu verdauen, setzte er das Training nahtlos fort. «In den ersten zwei Wochen nach meiner Rückkehr habe ich leichtsinnig viel Energie verpufft und nicht auf meinen Körper gehört», gibt Huber offen zu. Das Resultat war eine langwierige Knochenhautentzündung, welche ihn zu Alternativtraining zwang. So konnte der Spitzensportler die Grundlagen aus dem Wintertraining nicht umsetzen. Viele Trainingseinheiten fielen sprichwörtlich ins Wasser, denn mit Aquajogging, Velo- und Langlauftrainings versuchte er zumindest die Grundlagen zu erhalten.

Da sich diese Verletzung lange hinzog, blieb nur sehr wenig Zeit, die Form auf die ersten Testläufe der Saison zu steigern. Doch dies gelang. Mit beherztem Einsatz und guter mentaler Einstellung schaffte Huber die Qualifikation für die ersten Weltcupläufe anlässlich der Nordic Orienteering Tour (NORT).

An den drei Läufen der NORT zeigte sich aber, dass das Mitglied der OLG Säuliamt noch lange nicht in der gewünschten Verfassung war. Im Gegenteil, die Beine fühlten sich aussergewöhnlich müde an. Es kamen Zweifel auf, ob wohl etwas Anderes als der Trainingsrückstand nicht in Ordnung war und bei den anschliessenden Blutuntersuchungen erlangte man auch zur entsprechenden Erklärung. Auf die Knochenhautverletzung folgte ein akuter Eisenmangel. Unter diesen gesundheitlichen Problemen konnte Huber die Spitzensport-RS, welche er von Mitte April bis Mitte Juli in Magglingen besuchte, auch nicht voll ausnutzen.

Eisen rein, Form rauf

Raffael Huber an der Militär-WM (Quelle: ABA)Als Antwort auf den Eisenmangel gab es nur die Möglichkeit einer Infusion, denn gewöhnliche Supplemente schienen keine Wirkung zu zeigen. Auf die direkte Einspeisung des Eisens ins Blut sprach Huber aber sehr gut an und seine Formkurve erfuhr einen richtigen Schub. Zwei Wochen später gelang ihm sein bisher bestes internationales Resultat. Am Sprint des O-Ringen (grösster OL-Anlass der Welt mit über 14'000 Teilnehmern) musste er sich nur von seinen Kaderkollegen Fabian Hertner und Matthias Müller geschlagen geben. Genau diese beiden Läufer gewannen drei Wochen später am WM-Sprint die Gold- und Silbermedaille. Es folgten weitere gute Resultate mit dem 15. Platz über die Langdistanz der Militär-WM und dem 6. Platz an der Langdistanzschweizermeisterschaft.

Trotz der steigenden Formkurve reichte es nicht mehr für die Qualifikation an die letzten Weltcupläufe in Frankreich und der Schweiz. Zu schwach war die NORT, zu unbeständig die bisherige Saison. Der Hedinger wollte aber seine physische Verfassung nochmals nutzen und meldete sich spontan für seinen ersten Halbmarathon anlässlich des Hallwilerseelaufs an. Und das war eine gute Entscheidung, lief er doch trotz der eher langsamen Strecke und schlechten Witterungsbedingungen die gut 21 Kilometer in 69.23, was gleichzeitig die drittschnellste Zeit eines Schweizers an diesem Tag war.

Neues Umfeld und neue Ziele

Nachdem sich der gelernte Kaufmann mit Berufsmatur in den letzten beiden Jahren voll auf den Sport konzentriert hatte, begann er im Herbst mit einem Studium an der ZHAW in Winterthur. Dies allerdings nur im Umfang von 50%, damit er sich weiterhin professionell dem OL-Sport widmen kann. Nebst einem neuen Umfeld gibt ihm das Studium einen guten Ausgleich zum harten Trainingsalltag. «In letzter Zeit habe ich gemerkt, dass es wichtig ist auch eine grössere Aufgabe neben dem Sport zu haben, damit man zwischendurch auch richtig abschalten kann. Zudem war es immer mein Ziel, mich auch parallel zur Sportkarriere weiterbilden zu können», führt Huber aus.

Aus sportlicher Sicht möchte er ein umfangreiches Wintertraining voll umsetzen können. Ziel ist es wiederum, an den Weltcupläufen und weiteren Grossanlässen international Aufmerksamkeit zu erregen. Die Weltmeisterschaft, welche 2011 in Frankreich stattfindet, bleibt vorerst ein Traum.

© OLG Säuliamt 2010