An der Generalversammlung im Januar wurde als Nachfolger für den zurücktretenden Lukas Funk neu Andi Müller als Juniorenleiter in den Vorstand gewählt. Mit 5 Vorstandssitzungen und regem Mailverkehr konnte der Vorstand die laufenden Geschäfte erledigen. Der von Severin Schmid organisierte Vorstandsausflug führte uns im Mai mit einer abenteuerlichen Wanderung ins Wutachtal im Schwarzwald.
Den Säuliämtler-OL unter der Laufleitung von Hanspeter Isoz führten wir mit gutem Erfolg und einer Rekordbeteiligung von 699 Läufern im Wolserholz durch. Im Vorfeld mussten uns die Jäger beim Abwenden unsinniger Auflagen der Gemeinden (Markierung und Bewachung von Wildrückzugsgebieten!) helfen! Am OL für Alle im April (Homberg) unter der Laufleitung von Thomi Stüdeli herrschte schönes Frühlingswetter mit entsprechendem Publikumserfolg. Die in einem gemütlichen Hotel im Elsass verbrachten „3-Jours en Alsace“ sind allen 28 Teilnehmern in bester Erinnerung. Der Milchsuppenlauf vom Mittwoch, 15. Juni führte auf guten Bahnen von Michi Weber durch seine Karte „Affoltern“. An der 5er-Staffel nahmen 3 Clubstaffeln teil, wobei das Spitzenteam den 3. Rang belegte! Severin Schmid fuhr im Sommer mit wenigen Interessenten an die schönen Baindter- und Dachsberger-OL nach Süddeutschland. Ca. 15 Clubmitglieder halfen an der Info und bei der Rangverkündigung der eindrücklichen SOW in Flims, an der auch weitere OLG-Mitglieder als Läufer starteten. Als Höhepunkt unseres Vereinsjahres konnten wir mit vereintem Einsatz von 60 Helfern das Abenteuer „Nat. OL Ruosalp“ mit Bravour bestehen. Die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und Betrieben, sowie mit der ausgesprochen netten Älplerfamilie Herger und das sensationelle Wetter sorgten für einen OL-Höhepunkt 2011. Wir erhielten auch einen tadellosen Bericht der Technischen Delegierten Tulla Spinelli und Dank vom OL-Verband. Der OL für Alle im Herbst beim Kinderspital (LL Martin) verlief im üblichen Rahmen. Das Clubweekend bei La Chaux-de-Fonds mit schönen Juraläufen war durch die kurzfristige Ausladung im reservierten Hotel durch fast notfallmässige Umbuchungen in verschiedene Hotels getrübt. Im Herbst zog es wieder einige Mitglieder an ausländische Stadt-OL nach London und Venedig. Der Longjogg wurde wegen geringen Anmeldungen (3) abgesagt und die Clubmeisterschaft - kombiniert mit dem Clubfest - bildete wie üblich den Jahresabschluss.
An den nationalen und internationalen Meisterschaften belegten erneut einige Mitglieder Podestplätze: Yvette Zaugg D60 (1. SPM und LOM, 3. NOM und Sprintweltmeisterin), Gusti Grüniger H75 (1. SPM, LOM und NOM), Walter Bickel H75 (1. MOM, 2. LOM), Sandro Vock H18 (2. MOM) und Konsti Gürber HAK (3. NOM). In der Jahrespunkteliste des Verbandes klassierten sich Yvette und Gusti jeweils im 1. Rang, Sandro im 2. und Walter im 3. Rang. Ohne Podestplätze an Meisterschaften erreichten im Jahresklassement Stefanie Steinemann den 1. Rang bei DAL und Lukas Müller den 3. Rang HAL. Im Weiteren gewannen Lucia/Berti/Yvette, D185 die SOM und Yvette/Lotti/Ursi, D160 die TOM. Dritte wurden an Teamwettkämpfen René/Anders/Kaspi, H160 an der SOM und Lena/Rahel/(Wassmer), DAK an der SOM. Raffael Huber errang an der Militär-WM in Brasilien einen ganzen Medaillensatz.
Wir blicken demnach mit Genugtuung auf ein spannendes, reichhaltiges und erfolgreiches Clubjahr zurück, zu dem die Jahresberichte der Ressortchefs detailliertere Auskunft geben! Trotzdem soll im Rahmen des Jahresberichtes aber auch über unsere Problemfelder berichtet werden.
Nach den beiden Jahren mit zusätzlichen, auch finanziell sehr erfolgreichen Sonder-OL (JOM-Schlusslauf 2010 und Nat. OL Ruosalp 2011), sowie Dank dem erhöhten Mitgliederbeitrag haben wir nun beruhigende Vereinsreserven für die kommenden Jahre. Diese werden wir brauchen, wenn wir unseren Rückstand bei der Aktualisierung der Karten vom Säuliamt mangels eigener Kartenaufnehmer mit Hilfe von bezahlten„Profis“ aufarbeiten müssen und zusätzlich drohen künftig wegen abnehmenden Subventionsbeiträgen auch höhere Verbandsabgaben. Aus dem Restvermögen der SOW 2011 wird ein weiterer Zustupf im 4-stelligen Frankenbereich unsere Finanzreserven erhöhen!
Andi Müller hat ab Januar trotz grosser geschäftlicher Beanspruchung und ungünstigem Wohnort (Olten) die Leitung vom Ressort übernommen und zusammen mit Stefanie, Lotti und Martin die Betreuung der Junioren organisiert. Dies war in Anbetracht der Möglichkeiten die aktuell beste Lösung, auch wenn es uns allen klar ist, dass dies keineswegs ideal ist. Zwei vorgesehene Weekends wurden abgesagt und häufig nehmen nur 5–10 der insgesamt rund 25 Jugendlichen an den entsprechenden Anlässen teil. Es besteht bisher nur eine kleine sehr aktive Kerngruppe ohne „Sogeffekt auf Grund von Gemeinschafts- oder Spassfaktoren“. Intensive sCOOL-Aktivitäten von Martin (1 Woche sCOOL@School im Butzen Affoltern, 2 Tage Tour-de-Suisse Etappen in Bonstetten/Obfelden) brachten dieses Jahr leider nur zwei Zugänge und etwelche OL für Alle-Teilnehmer.
Mit dieser schwachen Juniorenabteilung ist ein Nachwuchsproblem im Club und ein künftiges Manko an aktiven Mitgliedern in ein paar Jahren leider absehbar (und schon fast ohne Wunder unabwendbar!), nachdem uns bereits heute nur wenige, aktive Mitglieder zwischen 20–50 helfen, das Vereinsleben zu organisieren. Wer hat Lösungsideen oder kann einen Beitrag zu dieser unerfreulichen Zukunftsaussicht leisten?
Es ist unglaublich, welche administrativen Hindernisse bei der Organisation eines OL mit ca. 500 Teilnehmern neuerdings zu überwinden sind. Unsere letztjährigen Probleme im Wolserholz waren noch harmlos im Vergleich mit den Vorbehalten der 4 Aglo-Gemeinden vom Altstetterwald (Säuliämtler OL 2012) wegen (nicht vorhandenen!) bodenbrütenden Vögeln, bodennahe brütenden Vögeln, ungünstigem Termin anfangs März „so kurz vor der Schonzeit“, allgemeiner Übernutzung durch Freizeitaktivitäten, fehlendem schriftlichem Einverständnis sämtlicher Waldbesitzer, nicht gemeindeeigenem Verein oder noch nicht fertig vorliegendem Wettkampfkonzept inkl. sämtlichen Postenstandorten! Nur mit aufwändigen, sowie Zeit und Nerven raubenden Brief- und Mailwechseln konnten wir die Reduktion auf für uns tolerable Auflagen reduzieren. Aber auch für die Reservation des Wettkampfzentrums Kalktarren brauchte es Mahnungen unsererseits und das Gewicht eines „ehemaligen Schulpräsidenten und aktuellen Gemeinderates/-präsidenten“ bis wir eine Zusage erhielten! Diesen Kampf gegen Gemeindepersonal hätte ein noch im Arbeitsprozess stehender OL-Läufer aus zeitlichen Gründen kaum durchstehen können und damit wird klar, welch grosse Gefahr in diesem Bereich auf den OL-Sport zukommt!
Es darf doch nicht sein, dass harmloser OL und die dazugehörige Freiwilligenarbeit so massiv behindert wird, wenn gleichzeitig jeder Fussballmatch der Nationalliga mit grösstem Polizeieinsatz und Schadenmeldungen im 5-6stelligen Frankenbereich einhergeht!
Oder ist unsere Wohlstandsgesellschaft bereits solchermassen degeneriert?
Tröstlich war im Gegenzug dazu in diesem Jahr - und für uns als „auswärtige Fremdlinge“ eher unerwartet – wenigstens die erfreuliche und entgegenkommende Zusammenarbeit mit den Muotathalern und Innerschweizern – ein richtiger Aufsteller!
Den Jahresbericht möchte ich abschliessen mit einem herzlichen Dank an meine sechs Vorstandsfreunde für die angenehme Zusammenarbeit. Dieser gilt aber auch zusätzlich speziell Thomas Scherer für seine perfekte Betreuung unserer Homepage, Anders Widen für seinen Sondereinsatz als Laufleiter „Ruosalp“ und allen anderen aktiven Helfern.
Hedingen, im Dezember 2011
Martin Kehrer